Backpacking in Thailand Teil 2 – Leben im Kloster, Traenen und viel zu feiern

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Waehrend ich diese Zeilen schreibe, wird draussen im Hof meines Hostels immer noch Feuerwerk und Knallkoerper gezuendet. Es ist zehn Uhr morgens, doch die Thais scheinen ihr Feuerwerk wirklich zu lieben. Gerade ist in Thailand das Loi Krathong Festival, was immer um den zwoelften Vollmond des Jahres gefeiert wird (im Thailkalender). Bei diesem Lichterfest werden traditionell kleine Floesschen ins Wasser gelassen und mit brennenden Kerzen bestueckt. Das ganze soll wohl, aehnlich wie Silvester bei uns, die alten, negativen Geister vertreiben. Warum ich eigentlich in Chiang Mai zu diesem Fest hier bin, sind aber die tausenden von Laternen die in den Nacht Himmel entlassen werden. Es stellt sich heraus, das die grosse Massenentlassung der Laternen allerdings um die 100 Euro kostet und seit Wochen ausverkauft ist. Wirklich schade, den wer davon Videos oder Bilder gesehen hat kann verstehen, wie atemberaubend dieser Anblick sein muss.

Das gleiche gab es schon vor eins zwei Wochen fuer die Einheimishcen, da ist es dann aber auch so ueberfuehlt mit Menschen, das es mehrer Stunden dauern kann, dort wieder wegzukommen. Trotzdem war das Festival bisher den Trip aber auf jeden Fall wert. Doch bevor ich mehr von meinen Eindrücken von den Festlichkeiten erzaehle, gehe ich noch mal einen Schritt zurueck, naemlich ins buddhistische Kloster.

Mit dem Nachtzug nach Chiang Mai

Bevor ich dort ankam, hatte ich aber natuerlich eine weite Anreise. Mit dem Nachtzug nach Chiang Mai zu fahren, war eine interessante Erfahrung. Pro Kabine sind 4 Betten, jeweils zwei uebereinander. Da ich meinen Zug durch meinen unfreiweiliig verlaengerten Aufenthalt in Bangkok ein paar mal verscheiben musste, war leider keins der unteren Betten mehr frei. Ich teile mir die Kabine mit einem netten Pärchen aus Amsterdam und einem jungen Chinesen. Spaeter gesellt sich noch Nicole aus den USA dazu, da ihre Kabine mit Einheimischen voll ist, de sie nicht verstehen.

Ich bin ziemlich geschafft vom Tag und nicht in groesster Smalltalk Laune, doch wir haben ganz interessante Gespraeche und bald verkriech ich mich und mach mein Bett. Kissen, Bettbezug und Decke ist alles da, mit genug Staurraum fuer den Rucksack. Mit dem Vorhang kann man sich dann auch gut isolieren. Zuerst ist es ziemlich ungewohnt. Da das Bett laengs liegt, wird man ganz gut durchgeschuettelt und erst gab es ein unwohles Gefuehl im Bauch. Ich weiss nicht, ob de Strecke danach sanfter wurde, doch ich hab mich daran ziemlich schnell gewoehent und konnte erstaunlich gut schlafen, ich dachte echt, ich mach kein Auge zu.

Am naechsten Morgen wurden wir mit dem Fruehstueck, was wir am Abends vorher bestellt haben, geweckt und zum erstenmal konnte man die Aussicht aus dem Fesnter mit den tollen bergigen Landschaften und vielen Reisfeldern geniessen. Am Bahhof angekommen will ich gleich weiter zum Busbahnhof um weiter nach Pai zu fahren. Wir teilen ein Taxi und als Nicole erfahaert, das ich danach ins Kloster will schliesst sie sich mir an und wir fahren gemeinsam mit dem Minibus.

Haarnadelkurven und viele Hippies

Das ist wirklich das schoene am Solo-Reisen. Es gibt zwar immer mal wieder Zeiten in denen man alleine unterwegs ist, doch man trifft ueberall gleichgesinnte Leute. Die Fahrt stellt sich als aueserst Kurvenlastig herraus. Die Hollanderin meinte etwas von um den sechshundert Kruven und gefuehlt kommt das echt gut hin. Diese sind teiweise so eng und haarstrauebend, das mir zum Ende hin doch echt ein bisschen sehr flau im Magen wird. Dafuer war es allerdings wieder einmal die wunderschoene Berglandschaft, die diese leichte Uebelkeit obsolet macht. Pai ist ziemlich voll mit Touristen, doch es ist anderes als Bangkok. Es sind sehr Alternative-Hippie Leute, um jetzt mal ne Schublade aufzumachen. War mir persoenlich auf jeden Fall sehr sympathisch, genaus wie der Rest der kleinen Stadt umringt von Bergen.

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Auf Empfehlung der Hollaenderin suchen wir das angeblich schoenste Hostel der Welt, komplett aus Bambus gebaut und sehr offen. Es stellt sich raus, das hat nur noch ein Bett, also suchen wir eine andere Unterkunft und teilen uns letztendlich ein Bungalow, noch ein Vorteil wenn man zusammen reist. Abends erwacht die Stadt erst recht zum Leben. Ueberall Musik und Lichter. Viele Staende die von Essen, ueber Taschen und anderen lokalen Dingen alles verkaufen, was der Tourist sich wünschen kann. So schoen es hier auch ist und so wohl ich mich hier auch fuehle, wir beschliessen dann beide, das wir schon am naechsten Tag zum Kloster fahren wollen, damit wir genug Zeit dort verbringen koennen. Fuer die Woche drauf hab ich mir ja scho ein Zimmer fuer das Lichterfest gesichert.

Fantastische Landschaft und ein Kloster mittendrin

Wir nehmen ein Taxibus nach Mae Hong Sun und werden dann am Busstop vor dem Buddhsitischen Kloster, Wat Tam Wua, rausgelassen und ich kann meinen Augen kaum trauen. Die langsam sinkende Sonne beleuchtet zwei wunderschoen Berge die zu beiden Seiten des Weges liegen. Es herrscht eine Ruhe, Gelassenheit und zeitlose Schoenheit und das obwohl wir erst noch den ein kilometer langen Weg zum Kloster gehen muessen. Total verschwirtzt kommen wir an und begegnen im vorbei gehen schon einigen der weiss-gekleideten Ausländer, die hier ebenfalls residieren.

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Wir treffen Sue, die fuer die Auslaender zustaendig ist und gut Englisch spricht. Sie erklaert, dass in zwei Tagen ein grosse Festival hier gefeirt wird und es deshab schon sehr voll ist. Wir sollen uns aber schon mal im Registrierbuch eintragen, waehrend sie mit dem Obermoench redet. Nicole kriegt noch ein zimmer und ich soll mir ein Zelt aufbauen. Ich hasse Zelte, doch was solls, dafuer bin ich jetzt hier und der erste Eindruck ist wirklich toll. Wir sind mitten in der Natur mit vielen Wohnhuetten und ueberdachten Gemeinschaftsrauemen in den gegessen und meditiert wird. Es gibt einen großen Teich mit Fischen, ein Flusschen rauscht durch das Gelaende hindurch und am Berghang gibt es einige Hoehlen zu besichtgen, das alles umrundet von dem immergruen der vielen Baueme und Pflanzen und den ehrfuerchtigen Bergen. Wir sollen nach dem wir uns frisch gemacht haben, gleich zum Chanting gehen und hier erleb ich zum erstenmal was es heisst, in einem Kloster zu sein.

Das ganze wirkt auf mich sehr religioes und erinnert an Kirchenlieder und Gebete. Es werden die Haende vor dem Herzen zusammengefaltet und sich vor dem Buddha verbeugt. Mhh, hab ich mir ein wenig anders vorgestellt. Am Ende wird das Licht ausgemacht und mir meditieren gemeinsam. Es ist ziemlich ungewohnt fuer mich, so lange ohne Lehne mit geradem Ruecken zu sitzten und schon bald schmerzt mein Ruecken ziemlich und mein Fuss schlaeft ein. Das ganze macht meine erste Meditation im Kloster zu einer anstregnden Tortur. Ich meditere schon seit fast drei Jahren, mal mehr mal weniger regelmaessig, doch das ist dann körperlich auch entspannter, was ja eigentlich auch Sinn der Meditation ist. Auf dem Rueckweg zu unseren Schlafsaelen stellt mir Sue den Australier Jeff vor, einem noch jung wirkendem, grau haarigem Australier mit einem kleinen Zopf. Er soll mir beim aufbauen helfen, doch am Ende teilen wir uns einfach seine Huette.

Geschlafen wird auf dem Boden mit dem Hauch einer Matratze. Das ganze ist ziemlich hart, doch nach einigem wuehlen finde ich eine Position in der ich einschlafen kann. Ich hab noch so viele Fragen doch Jeff macht frueh die Augen zu und ich bin gespannt auf den naechsten Morgen.

Ernüchterung macht sich breit

Los gehts um 6.30 mit der Reisgabe an die Moenche. Jeff geht schon vorher los um bei den Vorbereitungen zu helfen und ich brauch noch nen Moment, um mich an alles zu gewoehnen. Schlaftrunken, stehe ich langsam auf und mach mich fertig und schluepf in meine weissen Klamotten. Als ich zur Haupthalle komme sitzen schon alle da und warten auf mich, damit es los gehen kann. Dann will ich den Seiteneingang nehmen um nicht so aufzufallen, doch Sue ruft zu mir ich soll den Haupteingang nehmen. Peinlich, jetzt sehen wirklich alle, dass ich zu spaet gekommen bin. Wir sitzen der Halle entlang auf Sitzkissen auf dem Boden, jeder hat einen Schale Reis vor sich. Maenner und Frauen sind wie bei allen Aktionen, die mit Moenchen zu tuen haben, getrennt, bezeihungsweise neben einander.

Ich hab keine Ahnung was jetzt passiert und orientiere mich einfach an den anderen Leuten. Die Moenche kommen der Reihe nach in die Halle, wir knien uns hin, die Schale in der Hand. Die Moenche gehen an jedem vorbei, vor sich hat jeder eine goldene Schale in die wir jetzt unseren Reis tuen sollen, ein bisschen fuer jeden der Moenche. Ich finde spaeter heraus, dass das ganze nur einen rituellen Aspekt hat und der Reis spaeter wieder zuerueck zum restlichen Reis kommt.

Danach reihen wir uns auf um mit unseren jetzt leeren Schale unser Fruehstueck zu holen. An ungeraden Tagen sind die Frauen als erstes dran, bei gerade die Maenner. Es gibt wie zu jeder Mahlzeit Reis mit verschiedenen, vegetarischen Sossen und Beilagen. Das essen ist immer lecker und ich haue rein, da ich weiss, dass es nur zwei Mahlzeiten gibt. Die Stimmung ist sehr ruhig, jeder scheint fuer sich alleine zu sitzen und zu sein, trotzdem spreche ich meinen gegenueber an und stelle ihm eine Frage, doch er zeigt nur nach unten auf sein Hemd, wo ein Schild mit der Aufschrift „Silent, but happy“ befestigt ist, der zweite Korb. Wahlweise kann man sich diese Schilder dran haengen und gibt damit ein Schweigegeluebte ab, natuerlich freiwillig.

Danach gehts zur Meditation in einer anderen, kleineren Halle. Wie die Haupthalle ist auch diese offen und liegt direkt ein ein kleinem Fluesschen, ein sehr enstpannendes Gerauesch. Zuerst redet der Moench über die Hintergruende der Meditation und ihre praktischen Anwendnugsmoeglichkeiten, er spricht ein ziemlich gutes englisch. Dann stehen wir alle auf und stellen uns in eine Reihe (Maenner vorne, Frauen hinten) und gehen langsam los. Von den Moenchen angeleitet sollen wir uns ganz auf unseren Gang konzentrieren und versuchen, beim Atem zu bleiben. Das versuche ich, wahrend ich die wuenderschoene Landschaft um uns rum aufsauge. Der Morgendunst haengt noch in den Bergspitzen und ergibt ein wirklich pittoreskes Bild. Zusammen mit den Fluesschen und Waeldern und den umherschwirrenden Schmetterlingen faellt es wirklich schwer, nicht sprachlos zu sein. Das hilft mir dann auch bei der Meditation, die mir sehr leicht fehlt, im Gegensatzt zu der nun folgenden Sitzmeditation. Diesmal hole ich mir zwar mehr Kissen, doch es bleibt auf Dauer trotzdem sehr unangenehm und es faellt mir schwer, mich auf mich und meinem Atem zu konzentrieren, wenn der ganze Körper Anstalten macht. Danach machen wir eine Meditation im liegen und ich muss nur ein wenig dem Fluesschen lauschen und ich bin weg gepennt.

Jede der Meditation ging in etwas 40 Minuten, danach erkunde ich die Berghaenge und die Hoehlen, einfach toll wie vielfaelltig die Landschaft hier ist. Mittagessen laueft in etwa ab wie das Fruehstueck, es gibt, wie den Rest der Zeit, kein Essen doppelt. Wirklich große Vielfalt in der Küche, ausgenommen natuerlich den reis. Danach haben wir Freizeit in der ich mit Jeff rede. Ich teile meine Bedenken und Enttaeuschungen und wir stellen beide schnell fest, dass wir trotz des altersunterscheid sehr aehnlich sind. Das das ganze so religoes und fest strukuriert ist, habe ich halt nicht so erwartet.

Spaeter bleibt noch Zeit zum lesen und zeichnen und die Zeit sollte nach Stundenplan fuer Gemeinschaftsarbeiten und Kontemplation genutzt werden.  Das abendlich Chanting ist immer noch nicht meins, auch wenn ich diesmal das englische Buch bekommen habe.

Auch Mönche dürfen feiern

Am naechsten Tag findet das buddhischtische Fest statt, an dem die Meonche neue Roben ueberreicht bekommen. Schon am Vortag waren viele Leute da, die Sachen aufgebaut haben und jetzt sind auch schon morgens etlich Leute auf dem Klostergelaende. Es werden ueber tausend Besucher erwartet und sogar das Militaer nimmt teil. Die Reisgabe ist diesmal ausserhalb der Halle, da daran dutzende Leute mehr dran teilnehmen. Der normale Ablauf faellt heute flach, so haben wir nach dem Freuhstueck Zeit, uns um zu schauen, es spielt eine Msuik gruppe und ueberall wuseln Menschen entlang. Ich hab Zeit weiter mit Jeff zu reden und wir lernen uns weiter kennen.

Dann ruft uns Sue in die Haupthalle, die diesmal voller Stuehle fuer die Besucher steht, die Uebergabe soll bald beginnen. Wir sitzen und warten und auf einmal hoerhen wir das laute Gerausch eines sich nähernden Helikopters. Ein Miltaergeneral wird eingeflogen und mit Tanz und Musik begruesst, danach findet die Uebergabe statt. Viele Zivilsiten haben eine Robe gespendet und duerfen diese jetzt ueberreichen, ausserdem werden viele weitere Spenden verteile. Danach gibt es ein pompoeses Festmahl, das alles bisherige in den Schatten stellt. Es gibt tolle Desserts und Eis und eine grosse Anzahl beilagen. Legger.

Die stimmung ist heute viel asugelassen und ich lerne viele der anderen Asulaender besser kennen. Zusammen erklimmern wir einen nah gelegnen Wasserturm der eine fantastische Aussicht ueber das Gelander und die Berge bietet. Ich musste mich wieder meiner Angst stellen und gerade der Abstieg des ca. 25 meter hohen Turms war ein Nervenkitzel, doch die Erleichterung und der Stolz danach waren es auf jeden Fall wert. Danach erforschen wir weiter die Berghänge und ich find in einer jungen Amerikanerin endlich jemand mit dem ich ueber zwei meiner lieblingsserien sprechen kann, Parks and Recreation und Arrested Development.

Abends sitzen Jeff und ich zusammen auf der Veranda und sprechen mehrer Stunden ueber Spiritualitaet unsere Schwierigkeiten im Leben und ander tiefe Sachen. Es ist so schön, ganz offen und ungehemt ueber diese Dinge mit jemanden zu reden der versteht was ich meine.

Ich hab langsam genug vom Kloster und entscheide mich zwei Tage spaeter reinzuhauen. Doch mein letzer, ganzer Tag hat es nochmal richtig in sich, als wueder das Universum sagen, wenn du jetzt schon gehst, dann musst du jetzt aber nochmal richtig was mitnehmen.

Der Himmel und die Hölle in mir

In der Sitzmeditation habe ich daran gedacht, worueber ich mit Jeff geredet habe. Die Liebe des Hoehren Selbst in sich fliessen zu lassen und das Herz fuer die Liebe des Kosmos zu oeffnen. Was fuer den ein oder anderen ein wenig verreuckt klingt, hat fuer mich genau das ausgeloest. Ich hab mich fuer das Licht und die Liebe geoffent und habe sie durch meinen Kopf in mich einfliessen lassen. Ich spuerte die Verbindung und Liebe zu meinem Hoerhen Selbst, meiner Seele. Ich habe es durch meinen ganzen Koerper fliessen lassen und fühlte mich total euphorisch. Ich spürte, wie sich mein Herz vor Liebe geoeffnet hat und mir schossen Traenen der Freude in die Augen, ich fuehtle mich mit allem verbunden.

Ein so intensives Erlebniss hatte ich selten während der Meditation erlebt. Die Zeit verging wie im Flug und die koerperlichen Beschwerden waren fast nicht zu spueren. Ich war den Rest der Zeit in einem wirklich natuerlichem High Zustand, bis zur Nachmittagsmeditation.

 

MHS1 037Wir gingen in der warmen Sonne umher und ich war ganz vorne, als erster hinter den Moenchen. Nach kurzer Zeit lief mir der Schweiss den Körper runter und andauernd kamen Fliegen und andere Insekten und flogen um mich. All das machte es sehr schwer, mich auf die Meditation zu konzentrieren. Ich spuerte Ungeduld und dann Verzweiflung, Hilflosigkeit und Panik in mir aufsteigen. Als es dann endlich vorbei war und wir zur Sitzmeditation uebrgingen, konnte ich nicht mehr. Ich fuehlte mich so ueberrollt von all diesen negativen Gefuehlen und eine tiefe Dunkelheit stieg in mir hoch. Ich wusste, ich kann hier nicht bleiben, also stand ich auf ung ging zum Teich, wo ich alleine seien konnte.

Kaum habe ich mich hingesetzt und mich wieder diesen Gefuehlen zu gewandt, schossen mir die Traenen ins Gesicht und diesmal nicht aus Freude. Ich wusste, worher das kommt, was das war, was da aus der dunkelsten Ecke meines Wesens aufgetaucht ist. Ich habe in einem anderen Video das schon mal angedeutet, aber mich seit dem selbst nicht mehr stark damit auseinader gesetzt. Ich kann leider jetzt nicht auf genauere Details eingehen, aber es war ein traumatisches Erlebniss aus meiner Kindheit (näheres dazu habe ich jetzt in meinem Beitrag „Schwere Entscheidungen – Warum ich meine Reise pausieren werde“ beschrieben; Nachträgliche Anmerkung)

Ich hab allen Gefuehlen erlaubt hochzukommen ohne sie zu verscheuchen, genau das was ich ja selbst in meinen Videos immer „predige“. Irgendwann wurde es so schwer mich dem ganzen zu stellen und ich musste erstmal was trinken. Ich hab fast nen Liter in ein paar Sekunden weggehauen und dann kam auch schon Jeff von der Meditation zurueck. Ich bin froh, dass ich mit ihm daruber reden konnte und er hat mich bekraeftigt, fuer diese Gefuehl und mein inneres Kind da zu sein, auch wenn es gerade schwieirig ist und ich einen grossen inneren Wiederstand dagegen habe.

Ich schnappte mir meinen beiden Bloecke und Musik und ging in die Berge um allein zu sein und mich damit zu beschaeftigen. Ich zeichnete ein Bild darueber, schreibe darueber, weinte noch weiter und hoerhte traurige Musik. All das half mir, damit klar zu kommen und die Gefuehle sanken langsam wieder ab und ich musste mich erstmal duschen.

Wow! An einem Tag zwei so komplett gegensetzliche Erlebnisse. Ich war danach richtig geschafft und hab den Rest des Tages gelesen. Am naechsten tag hies es Abscheid nehmen und ich bin wirklich ein wenig traurig zu gehen. Wie ich erst spaeter wirklich realisieren werde, hat die Zeit im Kloster mein Leben veraendert und ich habe tolle Bekanntschaften gemacht (siehe „Schwere Entscheidungen – Warum ich meine Reise pausieren werde„). In den naechsten Tagen werde ich ein Video hochladen, in dem ich noch naher auf meine Erfahrung im Kloster eingehen werde.

Einsamkeit und Feste über Feste

Mit dem Bus bin ich dann nach Mae Hong Sun gefahren. Dort angekommen bin ich rumgeschlendert und hab mir ein Hostel gesucht und hab ein nettes kleines Bungalow an einen See gefunden. Jetzt war ich zum erstmal wieder alleine und es kam wieder viel an Gefühlen hoch. Ich habe ganz viel geschrieben und mich mit mir befasst und wirklich tolle Entdeckungen machen können.

Dies Stadt ist nicht sehr gross und nicht viel bleibt mir in Erinnerung. Ein Ami hat mich mit seinem Roller zur Bussation mitgenommen, gerade als ich dachte, wie schoen es waere, wenn mich jemand mitnehmen wuerde. Danke Universum. Abends gab es um den See herum wieder ein Fest. Ich hab das Gefühl, in Thailand wird die ganze Zeit gefeiert. Viele Staende, toll beleuchteter Tempel, gutes essen.

Am naechsten Tag mit dem Bus zuerueck nach Chiang Mai. Auf dem Weg sind wir wieder Kloster am vorbei gefahren und haben vier Leute von dort mitgenommen. War interessant die in den Busstopps nochmal naeher kennen zu lernen. Die Strecke zurueck war die gleiche wie auf der Hinfahrt, nur dass ich diesmal den Platz mit der wenigsten Beinfreiheit hatte. Neben mir saß Angela, eine junge Kunststudentin aus China und wir haben den Rest der Fahr viel gequatscht und unsere Zeichnungen ausgetauscht. Wir kommen im regnerischen Chiang Mai an und da Angie noch auf Freunde warten muss, kommt sie mit zu mir und wir gehen zusammen essen und laufen durch die Stadt. Sie war schon laenger hier und kennt sich gut aus. Wir verabreden uns fuer den nächsten Abend, wenn das Lichterfest richtig losgeht.

Party in Thailand

Am naechsten morgen fahre ich erstmal zum leider recht weit erntfernten Bahnhof und kauf mir ein Ticket fuer den Nachtzug nach Bangkok, diesmal bin ich so frei und kaufe mir den Platz fuer das untere Bett. Luxus pur und dass fuer nur 1,50 Euro mehr. Ich geniesse die Fahrt zurueck ins Zentrum mit dem Tuk Tuk. Auch wenn ich als sehr grosser Mensch nicht den groessten Komfort darin habe, sind mir die Dinger irgendwie sehr Symphatisch, ich kann kaum glauben, dass ich sie nach Bangkok doch ein wenig vermisst habe.

Ich erkunde die Altstadt wo sich auch mein Hostel befindet und lasse mich zum lesen in einem schoenen Cafe nieder. Das wieder aufgetuachte Trauma beschaeftigt mich diese Tage sehr und ich lese viel ueber das Thema, um aus der inneren Verwirrung, Klarheit zu gewinnen. Ich gehe zureuck in mein Hostel, lese weiter und entspanne. Dann mach ich mich auf fuer meine Verabredung mit Angela und ihre Clique und als ich aus dem Hostel komme, verschlaegt es mir wirklich den Atem und all die negativen Gedanken und Gefuehle sind auf einmal verschwunden. Viele Hauser sind mit Kerzen verziert, am Himmel sind ueber all die hellleuchtende Laternen zu sehen, die den Nachthimmel erfuellen. Ueberall wird geboellert , Rakteten gezuendet, die Leute laufen ausgelassen auf der Strasse rum und ich fuehle mich als waere es Sivlester. Es ist diese besondere Energie in der Luft, die an diesen besonderen Tagen die Stadt erfuellt. Ich gehe mit staunenden Augen durch die Strassen, an jeder Ecke ist irgendwas leuchtendes und buntes.

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Ich such mir ein Tuk Tuk und fahr zu unserem Treffpunkt am Einkaufszentrum. Die Dame an der Information schickt mich aufs Dach. Bevor sich die Tueren vom Fahrstuhl schliesse, steigen zwei aufgedonnerte und mit einem Kostüm bekleidet, das aus dem Karneval in Rio stammen koennte, Thailaenderin mit Anhang und Fotografen dazu. Nanu. Es lief wohl eine Art Schoenheitswettbewerb und ich fahr mit den Siegerin aufs Dach. Der Abend beginnt echt gut. Oben angekommen finde ich aber die Bar nicht, dafuer viele Leute die ihre Laternen in die Luft steigen lassen. Die Aussicht ist klasse und ich bin froh hier zu sein, auch wenn es anscheinend das falsche Einkaufszentrum ist.

Wieder runter, die Strasss weiter und da ist auch schon die Bar, nach der ich gesucht habe, zum Gleuck stehen gerade Angie und ihre Freundin draussen um ein Krathong zu basteln, sonst haette ich sie vielleicht uebersehen. Die Krathongs werden dann spaeter ins Wasser gelassen und mit einem Wunsch versehen. Ich lerne die Gruppe kennen, Spanier, Kanandier, Norweger, Thais, alles bunt gemischt, da ich recht spaet bin, nehme ich meine Bier auf die Fuast und wir teilen uns auf Rolle und Motoraeder auf, ich fahr mit dem Spanier mit, der hier schon laenger lebt.

Mit den Rollern zu fahren macht um einiges mehr Spass als mit dem Tuk Tuk und nach und nach schauen wir uns ein Kloster an, das fabelaft mit etlichen Kerzen und Girlandern geschmueckt ist an und dann weiter zum Tor der Altsadt wo anscheinend ein Knotenpunkt der Festlichkeiten ist. Vo hier aus laufen wir den Rest des Weges zum Fluss und ich staune ueber die Menschenmassen, die endlosen Markstaende und den Nachthimmel der immer noch erfuellt mit leuchten Punkten ist. Am Wasser angekommen goennen wir uns einen Tisch und ordern Biertuerme. Es gibt Livemusik und durch das regnerische Wetter der letzten tage einen sehr matschigen Boden. Am Wasser lassen wir die Krathongs ins Wasser und wir ueberlegen in welchen Club wir gehen.

Nach dem wir uns entschieden haben, gehts auf den Rollern wieder los und ab ins „Warmup“. Der Club ist schon gerammelt voll, wir fallen als Auslaender schon ziemlich auf, macht aber nichts. Es gibt eine Liveband die echt gut ist, leider ist es viel zu voll. In einem anderen Raum wird dubstebiger Electro gespielt und hier bin ich endlich in meinem Element. Der Dj war der absolute Whansinn, genau mein Ding. Leider sah dass scheinbar niemand anders so, weswegen ich lange Zeit alleine getanzt habe, das hatt echt Bock gebracht, ich hab gemerkt wie sehr ich das Tanzen vermisst habe. Ein Thai ist so begeistert von meinen krassen Moves, dass er mir was ausgibt. Nice.

Zurück im anderen Raum treffe ich auf den Rest der Gruppe, die Band ist fertig, der nun spielende Dj auch recht kompetent und so geht der Abend weiter von Raum zu Raum, bis wir alle igendwann alle zielich fertig sind.

Der naechste Tag ist recht entspannt ich laufe rum, esse und kann mein Facebook Konto wieder herstellen, das heisst ersmal ganz viel Nachrichten schreiben und beantworten. Abends treff ich mich mit Nicole, die ich seit dem Kloster nicht mehr gesehen hab. Der Abend ist von der Atmosphaere wir der vorherige, viel Feuerwerk und diesmal sogar noch mehr Laternen am Himmel. Wir sitzten in einer coolen Barr quastschen, spaeter kommt noch ne Gruppe, Amis und Kandier dazu und wir haben interessante Gesprache. Der gestrige Abends steckt mir noch in den Knochen und ich gehe diesmal nicht ganz so spät zurück ins Bett.

Bye Bye Festland, Hello Inseln

Jetzt heisst es Abscheid nehmen von Chiang Mai, doch bis mein Zug faehrt habe ich noch ein bisschen Zeit. Deswegen suche ich ein Elektronik-Geschaeft auf und will mir einen adapter kaufen, um meine Kamera ans Tablet anschliessen zu koennen, leider ohne Erfolg. Das heisst, dass weiter hin keine Fotos von mir eingebetet werden koennen, muesst ihr warten bis ich zurueck bin.

Mein Sitznachbar im Zug ist ein Oestereicher und wir sind auf einer Wellenlaenge und koenen uns gut austasuchen, beraten und belustigen. Das Abteil des Nachtzuges ist diesmal anders. Im Wagon sind diesmal die Betten in Fahrtrichtung ueber einander, das heisst nicht mehr laengs und mit Kabinen unterteilt. Nach dem Abendsessen kommt ein Mitarbeiter rum und klappt die Betten oben aus und macht alles bettfertig. Ich bin erstaunt wie viel Bett doch da ist. Wie in fast allen Transportmitteln in Thailand ist die Kliamaanlage extrem kalt eingestellt, was die Nacht ein wenig unangenehm macht. Mit der geringen Beinfreiheit zusammen, krieg ich also wieder mal nicht meinen Schoenheitsschlaf, aber mittlerweile habe ich mich schon dran gewoehnt

Um halb sieben morgens kommen wir in Bangkok an und ich kaufe mir gleich wieder ein Ticket um gen Sueden nach Surat Thani zu fahren. Von dort aus kommt man naemlich auf die oestlichen Inseln. Ich hab noch ne Stunde Zeit zum fruehstuecken und dann gehst weiter mit dem Zug, wo ich mir den Kaffee auf die Hose kippe. Mist. Der Rest der Fahrt ist unspektakulaer und kalt und landschaftlich hatte ich mir eigentlich mehr Abwechslung in Form vom Meer gewuenscht. In den letzten 25 Stunden bin ich jetzt 24 Stunden davon Zug gefahren, dementsprechen bin ich auch recht muede als wir ankommen. Ich will noch schnell checken, wie ich an ein Ticket fuer die Faehre komme und verzweifele langsam schon wieder. Im Internet lasset sich das nur drei Tage vorher reservieren, doch ich will doch morgen frueh gleich los. Nach einigem hin und her, sage ich mir, dass wird schon und vertraue darauf dass ich morgens am Bahnhof die Tickets bekomme. Das Hotel ist das schaebigste in dem ich bisher war, das passt aber auch zu dem Eindruck den ich von Surat Thani bekommen habe. Nicht der rede wert.

Ich stehe also frueh auf und gehe gleich an den Busschalter und werde gleich überfallen und gefragt wo ich hin will. Er sagt es ist alles kein Problem, ich komme mit Bus und Fahre nach Koh Pagnan. Ich bin ein wenig misstrauisch und frag mich, ob dass nicht wieder einen Abzocke ist. Ich rede mit anderen Passagieren und wir wissen auch nicht so genau, wir warten also auf den Bus. Ein paar Miunten bevor es los geht, kommt der Zug an und mit im ein grosser Haufen Backpacker die gleich zum Bus stuermen, wir sind also doch nicht nur einen handvoll. Ich entspanne mich sofort und vertraue darauf, das alles glatt geht. Der Bus faehrt ne gute Stunde durch ein nicht enden wollendes Industriegebiet, doch dann nähern wir uns dem Meer und meine Augen leuchten auf. Endlich. Die Fahre steht auch schon bereit und ich fahr jetzt. Jetzt fühlt es sich wirklich wie richtiger Urlaub an.

5 Kommentare zu “Backpacking in Thailand Teil 2 – Leben im Kloster, Traenen und viel zu feiern

  1. erstens, Toller blog gefällt mir!

    Meine Frage ist wie folgt, wie mach ich es mit meinen Wertgegenständen?
    Gibts ein Safe? Soll man die Mit einer Kette befestigen ?? wie hast du es gemacht Tipps?

    • Wenn ich unterwegs war, hatte einen kleinen Rucksack mit, wo alle Wertgegenständen drin waren. In manchen Hotels gibt es Schließfächer, braucht aber meistens ein eigenes Schloss. Ich hatte keine Probleme mit Diebstahl oder ähnliches. Achtsam sein, aufpassen und nicht zu viel Technikzeug mitbringen wäre mein Tipp :)

  2. Nachdem ich nun schon lange auf der Suche nach Erfahrungsberichten von Aufenthalten in buddhistischen Klöstern in Thailand bin, habe ich endlich deinen ausführlichen und eindrucksvollen Bericht gelesen. Danke!
    Wie ist das denn mit dem Geld in den Klöstern? Ist alles kostenlos oder werden Spenden erwartet? Und kann man einfach hinkommen oder sollte man doch zuvor einen Platz reservieren?
    Grüße Lena

    • Hallo Lena,
      das ganze basiert komplett auf Spenden, du zahlst am Ende also soviel du kannst, bzw. willst. In der Zeit in der ich da war, war gerade ein großer Feiertag, weswegen es sehr voll war. Trotzdem waren sie sehr bemüht alle unter zu kriegen, was auch super geklappt hat. Mit anderen Worten ist das kein Problem einfach aufzutauchen :)
      Sonst gibt es auf den beiden Seiten noch viele Infos. Wenn du fragen hast, meld dich natürlich gerne.
      Eine tolle, erkentnisreiche Zeit wünsch ich dir, wenn es soweit ist:)

      http://www.althaiman.ru/thai%20htm/Province/wattamwua.htm
      http://watpatamwua.com

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