Das Liegen in der Dunkelheit – Meine Abwesenheit und das Abtauchen in mich Selbst

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Der graue Raum kommt mir bekannt vor. Das Gefühl kommt mir bekannt vor, die Gefühle in mir, alles scheint schon ewig da gewesen zu sein. Die Hoffnungslosigkeit, der Schmerz, die Trauer, die Angst. Alles was ich schon lange hinter mir sah, taucht auf einmal wieder auf und legt sich um mich. Das Leben entfaltet sich in Wellen mit Phasen der Ruhe und stürmischen Wucht. Ich fühle mich wie im Auge des Sturms, eine große Macht die an mir reißt und zerrt, mich hin und her wirft und von mir will, dass ich mich ihr hingebe, mich wegtragen lasse, in ferne, unerforschte Gegenden. Doch ich will die Kontrolle nicht abgeben, kämpfe gegen die schier unbesiegbaren Massen an. Doch der Kampf ist ermüdend, zerrt an meinen Kräften, lässt mich immer mehr zu Boden gehen. In mir tobt immer noch Wiederstand gegen den Fluss des Lebens. Ich weiß was ich erreichen und umsetzten kann, was ich schaffen und teilen kann, wie unerschöpfliche meine innere Kraft ist. Das Universum weiß das und kennt auch den schnellsten Weg für mich um voran zu kommen.

Lass dich fallen, sehe dass du die Umstände nicht verändern kannst, es gibt nichts zu tun als dich zu öffnen und alles zu empfangen was in dir auftaucht, die Liebe die allem Innewohnt zu fühlen und dich selbst zu lieben wie du noch nie geliebt wurdest. 

Das ist die Botschaft die ich die letzten Wochen immer deutlicher höre. Die Rufe meines Bewusstseins, meiner Seele, den nächsten Schritt zu gehen. In dem ich stehen bleibe, zur Ruhe komme und mich mit der Liebe in mir verbinde. Für viele von uns waren die letzten Jahre eine turbulente Zeit, voller Veränderungen, innerem Wachstum und dem loslassen alter begrenzender Vorstellungen über uns und das Universum. Die Reise zu uns Selbst führt in uns hinein, nur hier können wir die Unendlichkeit unseres Wesens erfahren und die abgesplitterten, verlorenen Teile unserer Seele wieder finden und sie mit unserer liebenden Aufmerksamkeit integrieren.

Schmerz und Freude, Brüder im Geiste 

Die nächste Phase für mich ist das akzeptieren der Dualität des Lebens, das Schmerz genau so wichtig und richtig wie Freude ist. Das die Abwesenheit von schönen Gefühlen nicht bedeutet, dass ich irgendwie versagt habe und wertlos bin. Meine negativen Gefühle sind ein gleichwertiger Teil meines Wesens. Sie verdienen genau so meine Liebe wie alle anderen Seite an mir auch. Doch die Angst vor dem Schmerz, vor der inneren Dunkelheit ist immens. Ein guter Freund von mir hat dafür die Metapher eines Hauses gebraucht, eine Holzhütte die in einem dunkleren, dichtem Nadelwald steht. Ich kann das Haus sehen, weiß dass es hier für mich weiter geht, das in der unheimlichen Dunkelheit dieses Ortes ein so fantastischer Schatz liegt, dass er alles erhellen wird.

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Die Angst vor dem was dort drin aber auf mich lauern kann lässt mich vor Angst erstarren oder gleich davonlaufen. Was wenn ich dort drin überrascht werde, mich etwas gefangen nimmt und nicht mehr loslässt und ich fürchterliche Qualen erleiden muss?

Vorbereitung für große Veränderungen

Nach langem suchen habe ich auch eine Psychologin gefunden mit der ich am Trauma arbeiten kann und die mich auf diesem nächsten großen Abschnitt begleiten und unterstützen wird. Auch das jetzt hier zu teilen fühlt sich an, als wäre ich wertlos und hätte versagt, bin nicht so gut und „normal“ wie alle anderen auch. Ich spüre diesen Teil und sage ihm, er darf sein, er hat nichts falsch gemacht und ich liebe ihn und teile mit ihm meine offene Präsenz. Das ist mein Weg. Der Wege der radikalen Selbstakzeptanz, der bedingungslosen Liebe.

Genau dies ist auch der Grund dafür, dass ich schon lange kein Video mehr produziert habe. Wie in einem meinem letzten Video schon behandelt ist dies für mich gerade die Dunkele Nacht der Seele. Ich spüre ganz deutlich den Ruf des Universums runter zu fahren, meine Erwartungen und Hoffnungen und Pläne hinten anzustellen und sorgsam und sanft zu mir zu sein um die Evolution meines Bewusstseins auf direktestem Weg zu begehen. Es ist eine Phase der Inkubation, des Ausbrütend, der Geburt etwas neuem und unvorstellbarem. Die Vereinigung mit meinem wahren Sein, das aufweichen der Grenze zwischen physischem und nicht physischem. Gleichzeitig ist es eine Initiation, der Vorbereitung für etwas großes.

Die sensiblen, Energie-empfindsamen Wesen unter uns spüren diesen Wandel schon seit längerem und mit jedem vergehenden Tag näheren wir uns dem eintreten in ein neues Bewusstsein, das auf Liebe basiert und diesen Planeten transformieren wird. Wer sich davon angesprochen fühlt, weiß, dass wir erst nach innen gehen müssen um den Wandel in uns zu vollbringen den wir dann in die Welt auszustrahlen. Das ist für jeden von uns ein komplett individueller Prozess und ich bin an dem Punkt, die Liebe, die ich immer, war zu erwecken, bis nichts anderes mehr da ist.

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Mit anderen Worten liege ich gerade in der Dunkelheit, umhüllt und konfrontiert mit all meinen Begrenzungen, meine Urteilen, meinem vergessenen Schmerz und der einzige Weg heraus geht genau in diese Dinge hinein. Mit dem ewig scheinendem Licht meines unendlichen Bewusstseins liegt es nun an mir das Vertrauen und den Glauben zu erwecken, dass die Dunkelheit mich nicht zerfetzen und auslöschen wird, sondern einer der größten Lehrer ist dem wir auf der Reise unserer Seele begeben werden.

Wer mir noch folgen kann, versteht bestimmt, dass ich mich gerade sehr sensibel, zerbrechlich und verletzlich fühle. Ich bin viel für mich und viel in mir, doch meistens noch auf der Flucht vor der Dunkelheit. Berieselung und Betäubung halten gefühlt die immer größer werdend Dunkelheit zurück, doch nur temporär und es baut sich immer weiter auf. Es gibt kein entkommen, keine Fluchtmöglichkeiten mehr. Ich bleibe stehen und ergebe mich der ungewissen Dunkelheit, lasse mich von ihr einnehmen und das wegnehmen, was mich zurück hält und das Licht in mir blockiert.

Meine Abwesenheit – Zeit der Heilung

Deswegen bin ich jetzt länger von der Bildfläche verschwunden und werde dass auch auf unbestimmte Zeit bleiben. Vor einer Kamera zu setzten fühlt sich momentan wie die größte Qual und Überwindung an. Deswegen teile ich das auch in Schriftform. Ich brauche einfach gerade diese Zeit für mich, ohne den Druck zu haben, euch etwas bieten zu müssen. Ich weiß, ihr werdet das verstehen. Und eins spüre ich in der Tiefe meines Herzens; diese Zeit wird so viel erwecken und verändern, dass ich danach gestärkt, aufgeladen und geerdet in mir zurück kehren werde. Wie der Held am Ende eines Films, der sich dem schier unbesiegbaren Bösen stellt und erfahrener, weiser und triumphierend zurückkehrt.

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Ich bleib natürlich weiter hin mit euch im Austausch und freu mich über eure Kommentare und Rückmeldung. Wer sich von dem was ich geschrieben habe angesprochen fühlt, dem empfehle ich die Videos von Matt Kahn, die mich in den letzten Monaten inspiriert, transformiert und verändert haben, wie nichts vergleichbares. Absolut empfehlenswert!

Ich fühle mich gerade sehr erleichtert, all dies rausfließen lassen zu können und mir treu zu bleiben und meinem Herzen zu folgen. Videos gibts dann wieder, wenn es wieder Videos gibt.

Bis dahin, in größter Liebe und Dankbarkeit,

euer Tim

8 Kommentare zu “Das Liegen in der Dunkelheit – Meine Abwesenheit und das Abtauchen in mich Selbst

  1. DANKE LIEBER TIM
    ES IST SCHÖN DAS ES DICH GIBT UND DU ÜBER DIE DUNKLE NACHT DER SEELE BERICHTEST. ES HILFT MIR SEHR, DA ICH AUCH SEIT LÄNGEREM IN DIESER DUNKLEN NACHT BIN , DANKE AUS TIEFSTEM HERZEN ,ES TUT SO GUT ZU SEHEN, DAS ES EINE LEBENSPHASE IST UND NICHT EINE …………. (WAS AUCH IMMER) ALLES LIEBE MO

  2. ich kann mich ALEXANDER KOCH S KOMMENTAR NUR ANSCHLIESSEN :

    NIMM ALLES WIE ES KOMMT UND WIE ES IST : WIR KÖNNEN NICHTS FALSCH MACHEN
    DAS LEBEN IST – UN-UNTERBROCHENES AN-NEHMEN UND AB-GEBEN

    WIR SOLLTEN UNS ABER DARÜBER IMMER KLARER WERDEN

    WARUM WIR WAS FEST-HALTEN – WARUM WIR DEM AUGENBLICK DER GERADE IST
    NOCH IMMER MANCHMAL „AUSWEICHEN“ !

    DAMIT – TRENNEN WIR UNS VON DEM AUGENBLICK – UND WOLLEN NICHT MEHR

    IM HIER UND JETZT SEIN

    WIR KÖNNEN EH NUR IMMER MEHR ÄNGSTE ERKENNEN UND SIE DANN AUCH
    WIEDER LOS-LASSEN
    DENN SIE ENGEN UNS NUR EIN

    WIE HEISST DOCH DER ENGLISCHE SPRUCH : TAKET EASY – BUT TAKE IT !

  3. Hallo lieber Tim
    Danke für den super Artikel
    Zu erkennen dass alles da sein darf ist wichtig wenn man gegen die Gefühle und alles was da ist kämpft wird es nur schlimmer. Alles der Liebe überlassen die macht das schon

    Lieben Gruß
    Alex

  4. „Liebe Deine Geschichte. Sie ist der Weg, den Gott mit Dir gegangen ist.“
    Leo Tolstoi

    Und weiterhin mit Dir geht, lieber Tim. Danke für Deine Offenheit, mit der Du auch von Deinen „nicht so schönen“ Reiseabschnitten berichtest.

  5. Wow, sehr schön was du schreibst. Es berührt mich zutiefst, vermutlich weil ich ähnliches erfahre und froh bin es dann hier bei dir in unendlich sein zu lesen. Ja, auch meiner Angst und Trauer darf ich mich widmen und genauso viel Liebe und Achtsamkeit schenken wie meiner Freude. Manchmal ist es auch umgekehrt, wo ich meiner Freude keinen Raum gebe. Sie kommt, ist da, hurraaa und schwups übernimmt die Angst die Regie. Da habe ich diesen Knackpunkt noch nicht begriffen und gehe oft noch ins zu sehr Analysieren rein. Das bringt mich dann mehr aus meiner Mitte. Sicherlich auch noch eine Strategie nicht den nächsten Step zu machen. Das was mich unterstützt ist wenn ich „stopp“ sage und atme, solange bis ich mich wirklich spüre und mich so sein lassen kann wie ich grad bin ohne es zu benennen. Öffnung entsteht und ich kann mich klar entscheiden in Liebe weiter zu gehen und im Fluss zu sein. Dafür ist es wichtig sich diese Zeit und diesen Raum zu schenken. Einfach in sich wirken. Danke für deine tiefste Verletzlichkeit und den Mut dafür. Da heilt auch etwas in mir.
    Tania

  6. Lieber Tim

    Ich bin wie sprachlos über dein letzter Bericht vom April. Es ist so, als hätte ich meine eigenen Gefühle durch den ganzen Bericht gelesen. In mir ist es genau so finster, auch Menschen verlassen mich auf einmal. Nichts ist wie vorher…….Ich danke dir für deinen Mut und Offenheit, ich glaube du hilfst unendlich vielen Menschen. Deine Leidensgeschichte bringt wahrhaft die wunderbarsten Früchte hervor. Jedes Wort könnte von mir geschrieben sein. Ich fühle mich wie weichgeklopft, zerbrechlich, verletzlich, sensibel, vieles ist wie aufgeplatzt und man kann sich auch gar nicht mehr dahinter verstecken mit übermässiger Arbeit oder sonstigen Dingen, ja man ist wie völlig „entblöst“. Liebevolle zuwendende Worte von Menschen schleudern Ströme von Tränen aus mir heraus, was auch sehr unangenehm ist und ich gar nicht mehr gerne unter bekannte Leute gehe. Liebes Bruderherz ich wünsche dir viiiel Kraft und dass alles durch das Bewusstsein ins Heil transformiert werden darf. Danke du grosse Seele !!! Herzliche Grüsse von einer Leidensgenossin… Christina Bundi

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